Ashawa zeigt, wie wetterresiliente Landwirtschaft Leben verändert
In Äthiopien führt sie ihre Familie Schritt für Schritt in eine stabile Zukunft
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„Wir haben so viel durchgemacht, nur um zu überleben. Es tat mir immer im Herzen weh, meine Kinder durch diese schweren Zeiten gehen zu sehen.“
Ein Leben voller Herausforderungen
Neue Techniken für gesunde Böden und effizientes Wassermanagement
Ihr Leben veränderte sich, als die Konso Development Association (KDA), eine lokale Entwicklungsorganisation, unterstützt von ForAfrika, ein Pilotprojekt für wetterresiliente Landwirtschaft („weather‑resilient agriculture“) in Fasha einführte: „Brighter Future: Improving Food Security and Livelihoods Enhancement for Vulnerable Households“ (dt. Verbesserung der Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen besonders verletzlicher Haushalte).
Ashawa, voller Hoffnung auf Veränderung, wurde in das Programm aufgenommen und gehörte zu den ersten Teilnehmenden, die neue Methoden erprobten. Sie erhielt Schulungen zu Bodengesundheit, Wasserspeicherung, Mulchen und Wasserfangtechniken wie dem Anlegen kleiner Gräben, um Regenwasser aufzufangen. Sie bekam dürreresistentes Saatgut für Zwiebeln, Kohl und Bohnen sowie Schulungen zur Herstellung organischen Düngers aus Ziegendung. Nach und nach verwandelte sie ihr karges Land in ein fruchtbares Feld. Zusätzlich erhielt sie Werkzeuge wie eine Gießkanne, einen Spaten und eine Harke.
Ihr eigentlicher Durchbruch kam durch Bewässerung. Mit Unterstützung des Projekts installierte sie ein einfaches System zur Dachwasserernte (roof water harvesting), um Regenwasser zu sammeln und ihren Garten mit einer Gießkanne zu bewässern. Dadurch konnte sie auch in Trockenzeiten Gemüse anbauen – etwas, das früher unmöglich war. Ihr Einkommen stieg deutlich. Sie diversifizierte ihre Produktion, schaffte einige Milchziegen an, verbesserte die Ernährung ihrer Familie und erzielte zusätzliches Einkommen.

Wissen weitergeben – Wirkung vervielfältigen
Mehr Stabilität für Ashawas ganze Familie
„Nachdem wir die Zwiebeln verkauft hatten, beschlossen mein Mann und ich gemeinsam, wie wir das Geld nutzen wollten. Wir kauften Schulmaterial für die Kinder und legten etwas für die Osterfeierlichkeiten zurück. Außerdem entschieden wir uns, einige Ziegen zu kaufen und Elefantengras als Futter anzubauen.“
„Es gibt enorme Verbesserungen in unserem Leben, seit wir am Projekt von KDA und ForAfrika teilnehmen. Ich muss keine Zwiebeln mehr kaufen – auch die meisten anderen Gemüsesorten nicht mehr. Meine Familie isst heute viel abwechslungsreicher. Wir haben traditionelle Anbaumethoden hinter uns gelassen und setzen nun auf umweltverträgliche landwirtschaftliche Praktiken. Meine größte Dankbarkeit gilt KDA und ForAfrika.“
Ashawa ist nicht allein mit ihrem Erfolg. Über 1.200 besonders gefährdete Haushalte – überwiegend von Frauen geführt – profitieren inzwischen vom Projekt (mehr zum Ernährungsprogramm von ForAfrika).
Die Ernährungssituation in Äthiopien bleibt angespannt
Äthiopien steht 2026 weiterhin vor einer gravierenden Ernährungskrise: Zwischen 15 und 15,9 Millionen Menschen (10–15 % der Bevölkerung) werden voraussichtlich bis Juli 2026 von akuter Ernährungsunsicherheit der Stufen IPC Phase 3 („Crisis“) oder Phase 4 („Emergency“) betroffen sein. Gründe sind anhaltende Konflikte, extreme Wetterereignisse und verringerte humanitäre Unterstützung.
Die Ernährungslage ist besonders kritisch im Süden, Südosten und einzelnen Regionen im Osten Äthiopiens, verursacht durch ausbleibende Niederschläge, extreme Hitze und ausbleibende Erholung nach der schweren Dürre 2020–2023. Temperaturen, die rund 2,8 Grad Celsius über dem Durchschnitt liegen, verstärken die Auswirkungen der Dürre, beschleunigen Bodenfeuchteverluste und schwächen die Vegetation. In vielen Regionen wurden Rekordtemperaturen gemessen.
Viele arme Haushalte greifen auf Notstrategien zurück:
- Verkauf von Vieh zu sehr niedrigen Preisen
- lange Wanderbewegungen auf der Suche nach Einkommen oder Weideflächen
- verstärkter Rückgriff auf familiäre und lokale Hilfsnetzwerke
- konfliktbedingte eingeschränkte Mobilität, die den Zugang zu Weidegebieten weiter einschränkt
Während Familien Mahlzeiten reduzieren und Kredite aufnehmen müssen, steigen Fälle akuter Mangelernährung, insbesondere bei Kleinkindern. Viele Haushalte in Äthiopien werden bis Anfang 2026 ihre Vorräte aufgebraucht haben und verlieren durch steigende Lebensmittelpreise weiter Kaufkraft.



