Unser Vor-Ort-Bericht aus dem Sudan (Südkordofan)
Die humanitäre Lage in Südkordofan ist dramatisch
- Lesedauer: 2 Minuten
Bisher war ForAfrika in den benachbarten Ländern des Sudans – Südsudan, Zentralafrikanische Republik und Äthiopien – aktiv. Nach unserer Vor-Ort-Anlayse der humanitären Lage in Südkordofan (Sudan) ist jetzt klar: Wir weiten unsere Hilfe auf die Krisenregion Sudan aus.

Lebensbedrohliche Lage in Südkordofan
Im Dezember war unser ForAfrika Team im Krisengebiet Sudan im Bundesstaat Südkordofan, um das Ausmaß der humanitären Lage und die Auswirkungen des sudanesischen Konflikts auf die Bevölkerung im Detail einzuschätzen. Zudem sollte ermittelt werden, welche humanitären Bedürfnisse bestehen und welche zeitnahen Hilfsmaßnahmen nötig sind.
Die Vor-Ort-Analyse der fünf ausgewählten, untersuchten Gemeinden im sudanesischen Bundesstaat Südkordofan zeigte lebensbedrohliche Umstände auf:
- Keine sanitären Einrichtungen in Haushalten (100 % offene Defäkation)
- 94 Todesfälle in 12 Monaten aufgrund vermeidbarer Krankheiten
- Gesundheitseinrichtungen sind 1 km bis 3 Stunden Fußmarsch entfernt
- Weit verbreitete Unterernährung mit minimaler Behandlung
- Keine Unterstützung für Viehzucht oder Landwirtschaft an mehreren Standorten
Die Ernährungsunsicherheit im Sudan ist sehr hoch
Die Menschen im Sudan leiden massiv unter Ernährungsunsicherheit. Ein hoher Anteil der Haushalte befindet sich in Stufe 3 („kritisch“) und 4 („Notlage“) der sog. Ernährungssicherheits-Skala (IPC-Phasen 3–4).
Die Darstellung der IPC-Phasen der Ernährungssicherheits-Skala zeigt auf alarmierende Weise, wie drastisch der Handlungsbedarf im Sudan ist: Die orange eingefärbten Regionen zeigen Stufe 3, die roten Regionen sind auf Stufe 4 von insgesamt 5 Stufen eingeordnet.
Die lookalen Initiativen reichen nicht aus
Die Gemeinden in Südkordofan (Sudan) haben durch lokale Initiativen wie das Graben von Brunnen, den Bau provisorischer Schulen und die Mobilisierung der Bevölkerung Einfallsreichtum bewiesen. Angesichts des Ausmaßes der Notlage reichen diese Bemühungen jedoch nicht aus. Externe humanitäre Hilfe ist unerlässlich, um die festgestellten Lücken zu schließen und eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern.

Es sind sofortige multisektorale Maßnahmen erforderlich, wobei insbesondere folgende Bereiche Vorrang haben sollten:
- Lebensrettende WASH-Infrastruktur (Wasserstellen, Latrinen)
- Ausbau der Gesundheits- und Ernährungsdienste
- Nahrungsmittelsoforthilfe und Unterstützung zur Sicherung des Lebensunterhalts
- Einrichtung und Stärkung von Schutzdiensten
- Bildungsförderung, um eine verlorene Generation zu verhindern
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