Die Menschen im Sudan sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Neue Bildungschance für Josefa aus Kalulu in Angola

Trotz Mehrfachbelastung verfolgt sie entschlossen ihren Traum

Josefa aus Kalulu kennt die Herausforderungen des Lebens auf dem Land. Täglich unterstützt sie ihre Familie auf den Feldern oder im Haushalt. Gleichzeitig verfolgt sie dank neuer Klassenräume entschlossen ihr persönliches Ziel.
Bildungschance für Josefa aus Kalulu

„Jetzt kann ich anders träumen. Selbst wenn ich an Schultagen 22 km zu Fuß zurücklegen muss, werde ich weiterhin bei meinen Eltern leben und meine Ausbildung fortsetzen können.“

Josefas Zuhause: das entlegene Dorf Kalulu

Die Gemeinde Kalulu liegt 29 Kilometer von Babaera entfernt, eine Kommune in der Provinz Benguela. Das Dorf zählt rund 850 Einwohnerinnen und Einwohner. Die meisten Familien leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft und sichern damit ihren Lebensunterhalt.

In diesem Umfeld wächst die 15-jährige Josefa auf. Gemeinsam mit ihren Eltern Firmino und Paulina und ihren acht Geschwistern erlebt sie die Chancen und Herausforderungen des Lebens auf dem Land.

In Kalulu in der Provinz Benguela leben viele Familien von der Landwirtschaft.

Wetter und Klima bestimmen das Wohlergehen der Familien im Dorf

Die Provinz Benguela im Südwesten Angolas leidet unter zyklischen Dürren und unter den Folgen des Wetterphänomens „El Niño“. Dieses wiederkehrende Wetterphänomen sorgt dafür, dass die typische Regensaison unüblich trocken ausfällt. Unter diesen Umständen kann die Erde so trocken werden, dass Regenwasser nicht aufgenommen werden kann. Dies kann wiederum zu schweren Erosionen führen.

Die Familien aus Kalulu sind in hohem Maß von diesem Wetter abhängig. Insbesondere für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die auf die zuverlässige Ernte ihrer Felder angewiesen sind, haben diese Wetterereignisse lebensbedrohliche Auswirkungen.

Zwischen Unterricht, Feldarbeit und Haushalt

Um die Versorgung der großen Familie zu unterstützen, hilft Josefa im Haushalt. Bereits um sechs Uhr morgens, vor der Schule, hilft sie auf den Feldern. Am Nachmittag, gegen 16 Uhr, arbeitet sie erneut gemeinsam mit ihren Eltern auf den nahegelegenen Anbauflächen.

Darüber hinaus übernimmt sie verschiedene Aufgaben im Haushalt. Sie spült Geschirr, reinigt das Haus, holt Wasser und erledigt ihre Schulaufgaben.

Ein gemeinsamer Traum mit ihrem Zwillingsbruder

Unter ihren acht Geschwistern nimmt ihr Zwillingsbruder Camilo eine besondere Rolle ein.

Die beiden Geschwister teilen einen gemeinsamen Zukunftswunsch: Beide möchten später Krankenpfleger bzw. Krankenpflegerin werden. Trotz der täglichen Herausforderungen des ländlichen Lebens verfolgen sie dieses Ziel mit großer Entschlossenheit.

Schulernährung als wichtige Grundlage für Lernen und Entwicklung

Eine zentrale Rolle in Josefas Alltag spielt die Schulmahlzeit. Für viele Kinder in Kalulu bedeutet sie weit mehr als nur eine Mahlzeit. Sie ist eine wichtige Bildungschance.

Josefas Vater gibt einen Einblick in den Alltag der Familie und erklärt: „Die von ForAfrika bereitgestellte Schulmahlzeit ist zu einer wahren Grundlage in Josefas Leben und im Leben vieler ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler geworden. Für sie ist sie nicht nur ein täglicher Anreiz, die Schule zu besuchen, sondern auch eine Garantie für ihre Ernährung, die ihr Lernen und Wohlbefinden unterstützt. An Tagen, an denen die Familie größere Schwierigkeiten hat, ist diese Mahlzeit die einzige des Tages. Sie ist daher unverzichtbar, um Energie, Konzentration und Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu bewahren.“


Josefas Beispiel verdeutlicht die Bedeutung von Schulernährung als Bestandteil nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit. Sie verbessert nicht nur die Ernährungssituation von Kindern, sondern unterstützt zugleich regelmäßigen Schulbesuch und bessere Lernbedingungen.

In der Schule erhalten die Schülerinnen und Schüler eine nährstoffreiche Mahlzeit.

Die Nutzung der Handwascheinrichtung in der Schule ist eine wichtige Maßnahme zur Gesundheitsvorsorge.

Neue Klassenräume statt Schulabbruch

Das aktuelle Schuljahr hat Josefa neue Hoffnung gebracht. Mit der Eröffnung von neuen Klassenräumen in der Siedlung Canjola eröffnet sich für sie die Möglichkeit, ihre Ausbildung fortzusetzen, ohne ihre Familie verlassen zu müssen.

Für ihre älteren Geschwister war dies noch nicht möglich. Einige mussten ihre Schullaufbahn nach der 7. Klasse abbrechen, weil die notwendigen Mittel für Verpflegung und Transport nach Alto Catombela fehlten.

Die neuen Bildungsmöglichkeiten für Josefa zeigen, wie ein verbesserter Bildungszugang langfristige Entwicklung fördern kann. Neue Klassenräume wie in Canjola reduzieren Bildungsbarrieren und eröffnen Kindern in abgelegenen Regionen neue Perspektiven.

Von Josefa erzählen wir auch im Rahmen unserer Weihnachtsaktion 2026

Josefa weiß, dass der Weg zu ihrem Berufswunsch weiterhin herausfordernd sein wird. Dennoch blickt sie mit Zuversicht in die Zukunft. „Jetzt kann ich anders träumen. Selbst wenn ich an Schultagen 22 Kilometer zu Fuß zurücklegen muss, werde ich weiterhin bei meinen Eltern leben und meine Ausbildung fortsetzen können“, sagt sie entschlossen.

Trotz ihrer Mehrfachbelastung mit Landwirtschaft, Schule und Haushalt setzt sie ihre Bildung an erste Stelle. Ihr Alltag zeigt die Entschlossenheit vieler Kinder in ländlichen Regionen Angolas, ihre Ausbildung auch unter schwierigen Bedingungen fortzuführen.

Die Geschichte von Josefa verdeutlicht, wie Investitionen in Bildung, Schulernährung und lokale Infrastruktur (ein weiteres Beispiel zeigt der Neubau im Dorf Lusite) konkrete Veränderungen für einzelne Menschen bewirken und gleichzeitig die Entwicklung ganzer Gemeinschaften fördern können.

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