Wirtschaftliche Selbstständigkeit durch nachhaltige Jugendförderung
Wie Juma aus Uganda mit Geflügelzucht neue Perspektiven für junge Menschen ohne Schulbildung schafft
- Lesedauer: 3 Minuten
Was braucht es, damit junge Menschen in ländlichen Regionen Afrikas eine echte Zukunftsperspektive entwickeln können? Die Geschichte von Juma aus dem Norden Ugandas zeigt, wie gezielte Unterstützung, Wissenstransfer und Eigeninitiative zusammenwirken. Sein Weg von einer kleinen Idee hin zu wirtschaftlicher Selbstständigkeit steht exemplarisch für nachhaltige Jugendförderung in Uganda. Im Film berichtet er ausführlich von seiner Unternehmung.

Ein schwieriger Start und kleine Anfänge
Mit 29 Jahren ist Juma Vater von zwei Kindern und lebt im Dorf Rego im Koboko District im Norden Ugandas. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel konnte er seine Schulbildung nicht fortsetzen. Wie viele junge Menschen in seiner Gemeinde sah er sich mit begrenzten Einkommensmöglichkeiten konfrontiert und entschied sich, in die Geflügelzucht einzusteigen.
Juma begann mit nur drei Hühnern – einem Hahn und zwei Hennen. Nach und nach wuchs der Bestand an – zunächst auf 15, später auf 46 Tiere. Mit jedem Schritt wuchs auch sein Selbstvertrauen. Ausschlaggebend dafür war die Teilnahme an Schulungen von ForAfrika, die mit Unterstützung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (World Food Programme, WFP) durchgeführt wurden.
Dort erwarb Juma Kenntnisse zu Fütterung, Krankheitsprävention, Impfungen und zum allgemeinen Management der Geflügelhaltung.
„Es hat mein Leben verändert – vom bloßen Überleben hin zu wirtschaftlicher Selbstständigkeit.“
Juma aus Rego im Koboko District
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Mehr InformationenMehr als ein Einkommen – Verantwortung für die Familie
Nach sechs Monaten konnte Juma erste Erfolge verzeichnen: Er verkaufte jeden Hahn für durchschnittlich 55.000 Uganda-Schilling (ca. 14,60 US-Dollar) und jede Henne für 30.000 Uganda-Schilling (ca. 8 US-Dollar). Zusätzlich verkaufte er 30 Eierkartons zu je 11.000 Uganda-Schilling (ca. 2,90 US-Dollar).
Insgesamt erzielte Juma ein Einkommen von rund 1.715.000 Uganda-Schilling (etwa 458 US-Dollar). Sein Antrieb: wirtschaftliche Unabhängigkeit und vor allem eine sichere Zukunft für seine Familie aufbauen.
Die Einnahmen aus dem Verkauf von Geflügel und Eiern ermöglichen es Juma, die Grundbedürfnisse seiner Familie zu decken. Darüber hinaus unterstützt er seine Geschwister bei den Schulgebühren und hilft seinen Eltern, die selbst kein Einkommen mehr haben.
Was als kleines Projekt begann, entwickelt sich zunehmend zu einer verlässlichen Lebensgrundlage.
Gezielte Unterstützung stärkt nachhaltige Entwicklung
Um Jumas Geflügelbetrieb weiter auszubauen, unterstützte ForAfrika ihn mit Betriebsmitteln im Wert von rund 1.000.000 Uganda-Schilling. Dazu gehörten 55 einmonatige Küken, Futtertröge, Tränken, Futtermittel und Impfstoffe.
Dank verbesserter Fütterung, konsequenter Impfungen und besserem Management verzeichnete Juma eine niedrige Sterblichkeitsrate der Hühner. Aktuell hält er noch 49 Tiere. Die Hennen sollen bis Ende April mit der Eiablage beginnen und sein Einkommen weiter steigern.
Blick in die Zukunft: Wachstum mit Verantwortung
Heute gilt Juma als Vorbild für viele junge Menschen in seiner Gemeinde – insbesondere für jene, die ihre Schulbildung abbrechen mussten und kaum Perspektiven sehen. Seine Geschichte zeigt, dass Erfolg nicht allein von formalen Bildungsabschlüssen abhängt, sondern von Motivation, Lernbereitschaft und dem Zugang zu passenden Fördermaßnahmen.
Für die Zukunft plant Juma, seinen Bestand auf mindestens 300 Tiere zu erweitern und die Stallstruktur zu verbessern, um eine größere Produktion zu ermöglichen. Mit den richtigen Ressourcen ist er überzeugt, ein nachhaltiges Agribusiness aufbauen zu können – zum Nutzen seiner Familie und der gesamten Dorfgemeinschaft.
„Ich bin ForAfrika und dem WFP sehr dankbar für die Unterstützung“, sagt Juma lächelnd. „Sie hat mein Leben verändert – vom bloßen Überleben hin zu wirtschaftlicher Selbstständigkeit. Ich wünsche mir, dass auch andere junge Menschen in meiner Gemeinde diese Chance bekommen.“



