Die Menschen im Sudan sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Vom Sudan nach Wedwiel: Sauberes Wasser gibt Ahla neue Sicherheit

Wie ein WASH-Projekt im Flüchtlingscamp Wedwiel den Alltag einer Mutter verändert

Als Ahla mit ihren beiden kleinen Töchtern vor dem Konflikt im Sudan fliehen musste, war unklar, wie der Alltag im Flüchtlingskontext aussehen würde. In Wedwiel, Südsudan, zeigt sich heute, wie gezielte Investitionen in Wasser- und Sanitärversorgung nicht nur Überleben sichern, sondern Würde, Sicherheit und Gemeinschaft stärken.
Zugang zu sauberem Wasser im Südsudan
Ahla holt Wasser für den täglichen Haushaltsbedarf an der von ForAfrika errichteten Wasserstelle. Foto: Ladu Anthony Galdin / ForAfrika.

„Ich fühlte mich glücklich, so nah an einer Wasserstelle zu leben – besonders als stillende Mutter ohne Betreuung für meine Kinder.“

Flucht und Alltagssorgen im Flüchtlingskontext

Als Ahla im Oktober 2025 im Flüchtlingscamp Wedwiel ankam, hatte sie ihre Heimat im Sudan aufgrund gewaltsamer Konflikte verlassen müssen. Die 29-jährige Mutter von zwei Töchtern stillte zu diesem Zeitpunkt ihr jüngstes Kind. Ihre größte Sorge war, wie sie ihre Kinder im neuen Umfeld sicher versorgen sollte.

Wasser zu holen bedeutet in vielen Flüchtlingssiedlungen lange Wege und stundenlanges Anstehen. Für Mütter ist das oft eine schmerzhafte Entscheidung: Sie muss ihr Baby unbeaufsichtigt zurückzulassen, um die grundlegendsten Haushaltsbedürfnisse zu erfüllen.

Ein multisektorales Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Das multisektorale Projekt von ForAfrika, gefördert durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland, verändert diese Realität für Geflüchtete und aufnehmende Gemeinden im Bezirk Aweil West im Bundesstaat Northern Bahr el Ghazal. Ziel des Projekts ist es, den Zugang zu sicherem Trinkwasser, Sanitärversorgung (WASH – Water, Sanitation and Hygiene), Gesundheits- und Ernährungsdiensten zu verbessern. Damit setzt ForAfrika seinen Ansatz um, lebensrettende Hilfe zu leisten, die Würde schützt, Gemeinschaften stärkt und konkret auf die Lebensrealitäten krisenbetroffener Menschen im Südsudan reagiert.

Nähe zur Wasserstelle verändert den Alltag

Für Ahla wurde diese Unterstützung greifbar, als ihr vom Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge (UNHCR) und der südsudanesischen Commission for Refugee Affairs eine Unterkunft zugewiesen wurde. Ihr neues Zuhause lag weniger als eine Gehminute von einer Wasserstelle entfernt.

„Als ich ankam, war der Wasserstelle in Block 11 bereits fertiggestellt. Ich fühlte mich glücklich, so nah an einer Wasserquelle zu leben – besonders als stillende Mutter ohne Babysitter“, erzählt Ahla.

Schutz für Kinder und Entlastung für Mütter

Vor ihrer Ankunft hatte Ahla große Angst davor, ihr Baby allein zurücklassen zu müssen, um Wasser zu holen. In fragilen Kontexten kann selbst eine kurze Abwesenheit Kinder erheblichen Risiken aussetzen. Da die Wasserstelle rund um die Uhr in Betrieb ist und sich in unmittelbarer Nähe befindet, kann Ahla heute Wasser holen, wann immer es nötig ist – und gleichzeitig ihre Kinder im Blick behalten. „Die Sorgen um lange Wege sind verschwunden“, berichtet sie. „Kochen, Putzen, Baden, Waschen und sauberes Trinkwasser – all das ist jetzt gesichert.“

Wirkung über die einzelne Familie hinaus

Ahlas Geschichte zeigt, dass humanitäre Hilfe dann besonders wirksam ist, wenn sie an den alltäglichen Bedürfnissen der Menschen ansetzt. In Fluchtsituationen kann der Zugang zu sauberem Wasser Leid mindern, Kinder schützen und Müttern ein Stück Ruhe und Sicherheit zurückgeben.

In Wedwiel reicht die Wirkung über einzelne Familien hinaus: Die Wasserstelle in Block 11 sowie die im Rahmen des Projekts errichteten Sanitäranlagen haben die Hygiene verbessert, das Risiko wasserbedingter Krankheiten reduziert und dazu beigetragen, dass Familien auch unter schwierigen Bedingungen würdevoll leben können.

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