
Angola ist reich an natürlichen Ressourcen und hat eine junge Bevölkerung – beides sind Faktoren, die langfristig Chancen für eine positive Entwicklung des Landes bieten. Gleichzeitig bestehen weiterhin große humanitäre Herausforderungen.
Im Jahr 2002 endete der Bürgerkrieg in Angola. 27 Jahre hielt der innenpolitische Konflikt an – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung des Landes. Seither hat sich die politische und wirtschaftliche Situation weitestgehend stabilisiert. Dennoch hat Angola weiterhin mit den Nachwirkungen des Bürgerkrieges zu kämpfen. So leben zum Beispiel zwei Drittel der Bevölkerung von weniger als zwei Dollar pro Tag. Hinzu kommt, dass unser Projektland besonders stark unter den Auswirkungen des Klimawandels leidet und derzeit eine der schwersten Dürren seit 40 Jahren durchlebt.
Spenden tragen Früchte: aktuelle Stories aus Angola
Aktuelle Stories aus Angola
ForAfrika in Angola
ForAfrika Angola nahm seine Arbeit im Jahr 1991 auf, mit dem Hauptziel, intern vertriebene Menschen (IDPs) während der Konfliktzeiten mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Wir richteten eine Lebensmittelproduktionsanlage ein, durch die wir über 220.000 Grundschulkinder über ein Schulernährungsprogramm unterstützten, das vom United States Department of Agriculture (USDA) gefördert und vom Welternährungsprogramm (World Food Programme, kurz: WFP) umgesetzt wurde.
Seitdem hat sich unsere Organisation unerschütterlich dafür eingesetzt, die zugrunde liegenden Ursachen von Armut durch die Umsetzung multisektoraler Programme anzugehen. Aus der anfänglichen humanitären Nothilfe hat sich ein langfristiger Entwicklungsansatz entwickelt, der darauf abzielt, Gemeinschaften auf ihrem Weg zu nachhaltigem Wachstum zu begleiten. Bis Dezember 2027 möchte die ForAfrika Group 2 Millionen Menschen erreichen und 500.000 Menschen die Grundlage geben, um zu gedeihen – sie zu befähigen, Selbstständigkeit zu erreichen und sich eine bessere Zukunft aufzubauen.
Im Mittelpunkt dieser Vision steht der Aufbau starker, partnerschaftlicher Kooperationen, die Gemeinschaften dabei unterstützen, zu wachsen und eigenständig zu werden.
ForAfrika verfügt über vollständig ausgestattete Büros in Benguela und ist derzeit in den Provinzen Luanda, Cuanza Sul, Benguela, Namibe, Cunene, Huíla und Cubango tätig.
Wir konzentrieren uns auf die am stärksten benachteiligten Gruppen – Kinder unter fünf Jahren, Jugendliche, junge Erwachsene, schwangere und stillende Frauen sowie Menschen mit Behinderungen – und stellen sicher, dass sie Zugang zu hochwertigen, lebensrettenden Gesundheitsdiensten haben. Unsere Arbeit verbessert den Zugang, steigert die Inanspruchnahme und erzielt messbare Ergebnisse für Kinder und ihre Familien.
Angolas humanitäre Herausforderungen
In ländlichen Gebieten herrscht oftmals Nahrungsmittelknappheit. Die meisten Familien sind Selbstversorger und von Landwirtschaft abhängig – und dadurch auch vom Regen. Für diese Familien wirkt sich der Klimawandel lebensbedrohlich aus.
Im Welthunger-Index belegt Angola 2025 Platz 111 von 123 Ländern. Ein Fünftel der Bevölkerung leidet an Hunger: 22,5% sind unterernährt. Besonders gravierend ist, dass 47,7% der Kinder unter fünf Jahren wachstumsverzögert sind. Somit leiden knapp die Hälfte der Kinder an chronischer Unterernährung.
Unsere Schulernährungs- und Nothilfeprogramm sind überlebenswichtige Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Unterernährung.
Die Geschichte von Marta und João zeigt beispielhaft, wie Kindern dank therapeutischen Nahrungsmitteln nach akuter Unterernährung wieder schnell zu Kräften kommen.
Frauen und Mädchen in Angola stehen vor erheblichen Barrieren beim Zugang zu Bildung, wirtschaftlicher Teilhabe und grundlegenden Dienstleistungen. Ihre Möglichkeiten werden zusätzlich durch unbezahlte Pflege- und Betreuungsaufgaben und unzureichende Unterstützungssysteme eingeschränkt. Trotz Fortschritten fehlen vielen Frauen weiterhin Zugang zu Ausbildung und einkommensschaffenden Chancen, die ihre Lebensbedingungen verbessern könnten.
Angola ist mehrfachen Verwundbarkeiten ausgesetzt – langanhaltenden Dürren, Überschwemmungen und Epidemien – und liegt weltweit auf Rang 23 in Bezug auf Umweltrisiken. Das Land hat die schlimmste Dürre seit 40 Jahren erlebt, die Millionen Menschen getroffen und die Landwirtschaft – Arbeitgeber für 59 % der Bevölkerung – massiv geschwächt hat. Extreme Wetterereignisse haben seit 2005 über 480.000 Menschen vertrieben und wirtschaftliche Schäden von mehr als 1,2 Milliarden US‑Dollar verursacht.
In entlegenen Gebieten Angolas leiden die Menschen oft unter Mangel an sauberem Trinkwasser. Wasserinduzierte Krankheiten sind die Folge und ein hoher Risikofaktor, vor allem für Kleinkinder.
Die Geschichte von Teresa veranschaulicht, wie das schmutzige Flusswasser zu starken Erkrankungen der Kinder führte.
Mangel- und Unterernährung sind in ländlichen Regionen Angolas häufig direkte Folgen unzureichender Trinkwasserversorgung und anhaltender Ernährungsunsicherheit. Die Situation wird zusätzlich durch den gravierenden Mangel an medizinischer Versorgung verschärft. Oft fehlt es an grundlegenden Gesundheitsdiensten, die insbesondere für Kinder unter fünf Jahren lebensnotwendig sind.
Viele Familien müssen lange Wege bis zur nächstgelegenen Klinik zurücklegen – Wege, die ohne zuverlässige Transportmöglichkeiten kaum zu bewältigen sind. Häufig fehlt zudem das Geld für den Transport, sodass notwendige Behandlungen spät oder nicht rechtzeitig erfolgen können.
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